Warum überhaupt mit Haushaltsmitteln düngen?
Mal ehrlich: Wer von uns hat nicht schon mal Kaffeesatz in die Tonne gekippt oder Bananenschalen achtlos weggeworfen? Dabei schlummert in unserer Küche ein wahres Schatzlager an natürlichen Düngern, die deine Pflanzen zum Strahlen bringen können – ganz ohne Chemie und für null Euro. Zeit, dass wir uns das mal genauer anschauen!
Bevor wir in die Details eintauchen, lass uns kurz klären, warum natürliche Dünger aus der Küche überhaupt Sinn machen – gerade für Cannabis. Cannabis ist eine nährstoffhungrige Pflanze, die ordentlich Power braucht, um fette Blüten zu entwickeln. Die drei Hauptnährstoffe sind Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) – zusammen auch als NPK bekannt. Dazu kommen noch diverse Spurenelemente wie Magnesium, Calcium, Eisen und so weiter.
Das Coole an Haushaltsmitteln: Sie enthalten genau diese Nährstoffe in organischer Form. Das bedeutet, sie werden langsam von Mikroorganismen im Boden zersetzt und kontinuierlich an die Pflanze abgegeben. Keine schnellen Nährstoff-Kicks mit Überdüngungsgefahr, sondern sanfte, nachhaltige Versorgung. Plus: Du recycelst Küchenabfälle, sparst Geld und schonst die Umwelt. Win-win-win!
Die NPK-Formel verstehen: Was braucht Cannabis wann?
Cannabis hat spezielle Nährstoffbedürfnisse, die sich im Laufe des Grows massiv verändern. Deshalb ist es wichtig zu verstehen, was die einzelnen Nährstoffe bewirken:
Stickstoff (N) ist der Turbo für Blattwachstum und grünes, kräftiges Laub. Ohne Stickstoff wächst deine Pflanze kümmerlich vor sich hin, die Blätter werden gelb und schwach. In der Wachstumsphase brauchst du davon reichlich – ein gutes NPK-Verhältnis für die Vegetationsphase liegt bei etwa 7-5-6 oder 4-2-3.
Phosphor (P) ist der Blüten- und Wurzelmacher. Er sorgt dafür, dass sich kräftige Wurzeln bilden und später die Blüten richtig durchstarten. Besonders wichtig in der Blütephase. Hier drehen sich die Verhältnisse: In der Blüte brauchst du ein NPK von etwa 3-10-10 oder 5-7-10.
Kalium (K) ist der Allrounder: Er stabilisiert die Zellwände, macht die Pflanze widerstandsfähig gegen Stress, Krankheiten und Schädlinge und sorgt für den Transport von Wasser und Nährstoffen durchs Gewebe. Außerdem pusht er die Blüten- und Fruchtbildung massiv. In der Blütephase ist Kalium König!
Wenn du verstehst, welches Haushaltsmittel welchen Nährstoff liefert, kannst du gezielt düngen. Klingt kompliziert? Ist es aber nicht – versprochen!
Kaffeesatz: Der Klassiker für stickstoffhungrige Pflanzen
Fangen wir mit dem Offensichtlichen an: Kaffeesatz. Der ist wahrscheinlich der bekannteste DIY-Dünger überhaupt – und das zu Recht. Kaffeesatz enthält etwa zwei Prozent Stickstoff, dazu Phosphor, Kalium und jede Menge Spurenelemente. Perfekt für die Wachstumsphase, wenn deine Pflanzen grünes Blattwerk aufbauen.
So verwendest du Kaffeesatz richtig
Hier ist der wichtigste Tipp gleich vorweg: Lass den Kaffeesatz erst trocknen, bevor du ihn verwendest. Feuchter Kaffeesatz schimmelt nämlich gerne, besonders in Töpfen. Breite ihn auf einem alten Geschirrtuch aus und lass ihn ein paar Tage an der Luft durchtrocknen. Weiße Flecken sind übrigens kein Schimmel, sondern zeigen nur an, dass die Zersetzung begonnen hat – alles gut.
Anwendung als Trockendünger: Mische etwa zwei Gramm getrockneten Kaffeesatz pro Liter Erde direkt in die oberste Erdschicht ein. Nicht zu viel, sonst wird die Erde zu sauer. Ideal für säureliebende Pflanzen wie Blaubeeren, Azaleen oder Rhododendron.
Anwendung als Flüssigdünger: Du kannst auch einen Kaffeesatz-Tee brauen. Einfach den Satz mit Wasser im Verhältnis 1:1 mischen und alle zwei Wochen ins Gießwasser geben. Aber Vorsicht: Maximal eine halbe Tasse pro Woche bei Topfpflanzen, sonst übersäuert die Erde.
Die Sache mit dem pH-Wert
Kaffeesatz ist leicht sauer und senkt den pH-Wert deiner Erde über längere Zeit. Das ist nicht für alle Pflanzen ideal. Zimmerpflanzen mögen meist einen neutraleren pH-Wert, während viele Outdoor-Pflanzen im Garten von der leichten Säuerung profitieren können. Wenn du dir unsicher bist, taste dich langsam ran und beobachte, wie deine Pflanzen reagieren.
Bonus: Kaffeesatz hält Schnecken fern! Im Garten rund um gefährdete Pflanzen gestreut, wirkt er wie eine natürliche Barriere. In größeren Mengen kann er Schnecken sogar töten – krass, oder?

Bananenschalen: Die Kalium-Bombe für die Blütephase
Weiter geht’s mit dem absoluten Star unter den Haushaltsdüngern: Bananenschalen. Die gelbe Schale besteht zu etwa zwölf Prozent aus Mineralstoffen, davon rund zehn Prozent Kalium. Dazu kommen Magnesium, Calcium, Phosphor und ein bisschen Stickstoff. Das macht Bananenschalen zum perfekten Dünger für die Blütephase, wenn deine Pflanzen Kalium für die Blüten- und Fruchtbildung brauchen.
Drei Wege, Bananenschalen zu verwenden
Methode 1: Bananenpulver (Trockendünger)
Das ist die Langzeitvariante. Schneide die Bananenschalen in kleine Stücke (oder mixe sie kurz im Mixer) und lege sie zum Trocknen aus. Nach ein paar Tagen werden sie zu einem bräunlichen Pulver. Dieses kannst du direkt im Wurzelbereich in die Erde einarbeiten. Die Nährstoffe werden langsam über Wochen freigesetzt.
Dosierung: Etwa 100 Gramm Bananenschalenpulver pro Pflanze alle vier Wochen während der Blütephase. Überdüngen ist hier kaum möglich, weil der Stickstoffanteil sehr gering ist.
Methode 2: Bananentee (Flüssigdünger)
Die schnellere Variante. Zerkleinere die Schalen, gib sie in einen Topf und übergieße sie mit kochendem Wasser (circa ein Liter Wasser pro 100 Gramm Schalen). Lass das Ganze mindestens zwölf Stunden – besser 24 Stunden – ziehen. Je länger, desto mehr Nährstoffe lösen sich. Dann abseihen und fertig ist dein Bananentee!
Anwendung: Verdünne den Tee im Verhältnis 1:5 mit Wasser und gieße deine Pflanzen alle zwei Wochen damit. Der Kaliumschub wird deine Blüten pushen wie verrückt.
Methode 3: Frische Schalen direkt einarbeiten
Wenn du es ganz unkompliziert magst, kannst du die Schalen auch einfach klein schneiden und direkt in die Erde eingraben – am besten rings um den Stamm herum. Diese Methode eignet sich vor allem für Outdoor-Grows und größere Töpfe. Bei Zimmerpflanzen kann es allerdings zu Schimmel kommen, deshalb lieber die getrocknete Variante wählen.
Welche Pflanzen lieben Bananenschalen?
Besonders dankbar sind Tomaten, Paprika, Gurken, Rosen, Geranien und Fuchsien. Alle Pflanzen mit hohem Kaliumbedarf profitieren massiv von der Extraportion Bananenschalen. Aber Achtung: Säureliebende Pflanzen wie Rhododendron sollten eher weniger davon bekommen, weil Bananenschalen den pH-Wert leicht anheben.
Wichtig: Nur Bio-Bananen verwenden!
Konventionelle Bananen sind oft mit Pestiziden behandelt, die sich in der Schale anreichern. Wenn du die Schalen als Dünger verwendest, landen diese Chemikalien in deiner Erde und letztendlich in deinen Pflanzen. Also: Immer Bio-Bananen verwenden, wenn du die Schalen verwertest!
Eierschalen: Der natürliche pH-Puffer und Calcium-Lieferant
Eierschalen bestehen zu etwa 90 Prozent aus Kalk (Calciumcarbonat) und liefern zusätzlich Magnesium, Phosphor und andere Spurenelemente. Sie sind ideal, um den pH-Wert der Erde anzuheben und Pflanzen mit Calcium zu versorgen. Calcium ist wichtig für die Zellstabilität und hilft, Stängel und Blätter kräftig zu halten.
So stellst du Eierschalendünger her
Sammle Eierschalen und lass sie trocknen (sonst stinken sie!). Dann zermahle sie im Mörser, in einem alten Mixer oder mit einem Fleischklopfer zu einem feinen Pulver. Je feiner, desto schneller können die Pflanzen die Nährstoffe aufnehmen.
Als Flüssigdünger: Mische drei bis vier zermahlene Eierschalen mit einem Liter Wasser und lass das Ganze ein paar Tage – idealerweise eine Woche – stehen. Je länger, desto mehr Kalk löst sich. Danach kannst du das Wasser zum Gießen verwenden.
Als Trockendünger: Arbeite das Eierschalenpulver direkt in die oberste Erdschicht ein oder streue es rund um die Pflanze.
Wann sind Eierschalen sinnvoll?
Eierschalen sind super, wenn dein Gießwasser sehr kalkarm ist oder deine Pflanzen Anzeichen von Calciummangel zeigen (schwache, brüchige Stängel, langsames Wachstum). Aber Vorsicht: In vielen Gegenden ist das Leitungswasser bereits sehr kalkhaltig. Wenn das bei dir der Fall ist, brauchst du keine zusätzlichen Eierschalen – zu viel Kalk verschlechtert die Bodenqualität langfristig.
Pflanzen, die Kalk lieben: Lavendel, Geranien, Rosen, Nelken, Flieder, Rittersporn.
Pflanzen, die Kalk hassen: Rhododendron, Azaleen, Heidelbeeren, Hortensien.
Weitere geniale Haushaltsmittel als Dünger
Kaffeesatz, Bananenschalen und Eierschalen sind die großen Drei, aber da geht noch mehr! Hier kommen ein paar weitere Haushaltsmittel, die du als Dünger verwenden kannst:

Kartoffelwasser
Hast du Kartoffeln gekocht? Dann schütte das Wasser nicht weg! Es enthält Kalium und andere Vitamine aus den Kartoffeln. Lass es abkühlen und gieße deine Pflanzen damit. Wichtig: Nur ungesalzenes Wasser verwenden, Salz ist Gift für Pflanzen.
Teewasser
Gebrauchte Teebeutel oder Teereste kannst du genauso wie Kaffeesatz verwenden. Tee enthält zwar weniger Nährstoffe als Kaffee, wirkt aber desinfizierend und hält Schädlinge fern. Einfach einen gebrauchten Teebeutel in die Gießkanne hängen, ziehen lassen und damit gießen. Auch hier gilt: Maximal eine halbe Tasse pro Woche bei Topfpflanzen.
Aquarienwasser
Wenn du ein Aquarium hast, ist das Wasser beim Wasserwechsel flüssiges Gold für deine Pflanzen. Die Fischausscheidungen enthalten Stickstoff, Phosphor, Kalium und viele Spurenelemente. Einfach beim nächsten Wasserwechsel direkt die Pflanzen damit gießen. Aber nur, wenn das Wasser nicht chemisch behandelt wurde!
Brennnesseljauche
Ein absoluter Power-Dünger, der Stickstoff und Eisen liefert. Schneide frische Brennnesseln klein, fülle sie in einen Eimer und übergieße sie mit kaltem Wasser. Decke das Ganze ab (aber nicht luftdicht!) und lass es zehn bis zwanzig Tage gären. Die Jauche ist fertig, wenn sie aufhört zu schäumen und dunkelbraun aussieht. Achtung: Das stinkt ziemlich übel! Am besten draußen ansetzen.
Anwendung: Verdünne die Jauche 1:10 mit Wasser und gieße damit deine Pflanzen. Brennnesseljauche ist perfekt für die Wachstumsphase und vertreibt auch noch Schädlinge.
Bierreste
Klingt verrückt, aber abgestandenes Bier ist tatsächlich ein guter Dünger. Hopfen und Malz enthalten natürliche Nährstoffe. Mische alte Bierreste im Verhältnis 1:2 mit Wasser und gieße deine Pflanzen damit – maximal ein- bis zweimal im Monat. Unverdünntes Bier eignet sich auch super zur Blattpflege und bringt Blätter zum Glänzen.
Dünger-Tipps speziell für Indoor-Grower
Wenn du Indoor anbaust, gelten ein paar Sonderregeln. Die Pflanzen stehen in Töpfen mit begrenztem Erdvolumen, deshalb musst du vorsichtiger mit Hausmitteln umgehen:
Regel 1: Weniger ist mehr In Töpfen kann sich überschüssiger Dünger schnell ansammeln. Fang immer mit niedrigen Dosierungen an und steigere langsam, wenn die Pflanzen gut reagieren.
Regel 2: pH-Wert im Auge behalten Indoor-Grows sind anfälliger für pH-Schwankungen. Kaffeesatz und andere säuernde Dünger können den pH-Wert schnell durcheinanderbringen. Ideal für Erde ist ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0. Wenn du oft mit Kaffeesatz oder Tee düngst, checke gelegentlich den pH-Wert mit Teststreifen oder einem digitalen Messgerät.
Regel 3: Organische Dünger brauchen Zeit Haushaltsmittel sind organische Dünger – sie wirken langsamer als mineralische Flüssigdünger. Die Mikroorganismen im Boden müssen die Nährstoffe erst aufschließen. Hab Geduld, der Effekt kommt nach ein paar Tagen bis Wochen.
Regel 4: Kombi mit Volldünger Haushaltsmittel sind keine Volldünger. Bananenschalen haben zum Beispiel wenig Stickstoff, Kaffeesatz wenig Phosphor. Am besten kombinierst du verschiedene Hausmittel oder ergänzt sie mit einem organischen Grunddünger, damit deine Pflanzen rundum versorgt sind.
Regel 5: Lebendiger Boden ist King Organische Dünger funktionieren nur, wenn deine Erde lebendig ist – also voller Mikroorganismen. Verwende hochwertige Bio-Erde oder mische Wurmhumus unter, um das Bodenleben zu aktivieren.
Häufige Fehler beim Düngen mit Haushaltsmitteln
Auch bei natürlichen Düngern kann man Fehler machen. Hier sind die häufigsten:
Fehler 1: Zu viel Kaffeesatz Kaffeesatz senkt den pH-Wert. Wenn du zu viel davon verwendest, wird die Erde zu sauer und deine Pflanzen können wichtige Nährstoffe nicht mehr aufnehmen. Faustregel: Maximal 20 Prozent Kaffeesatz in deiner Düngemischung.
Fehler 2: Frische Küchenabfälle direkt aufs Beet Frische Bananenschalen, Gemüsereste oder andere organische Abfälle direkt auf die Erde zu legen, ist verlockend – kann aber nach hinten losgehen. Beim Abbau entstehen chemische Reaktionen, die der Pflanze schaden können. Außerdem lockt es Schädlinge an und schimmelt schnell. Besser: Erst trocknen und zerkleinern oder kompostieren.
Fehler 3: Überdüngung mit Eierschalen Zu viel Kalk ist genauso schädlich wie zu wenig. Wenn dein Leitungswasser bereits sehr kalkhaltig ist, brauchst du keine zusätzlichen Eierschalen. Check das vorher!
Fehler 4: Keine Geduld haben Organische Dünger brauchen Zeit. Wenn du nach drei Tagen keinen Effekt siehst, heißt das nicht, dass es nicht funktioniert. Gib deinen Pflanzen Zeit, die Nährstoffe aufzunehmen.
Fehler 5: Junge Pflanzen zu früh düngen Sämlinge und Stecklinge sind empfindlich. Warte, bis sie ein paar echte Blätter haben, bevor du mit dem Düngen anfängst. Zu früh = Überforderung = Pflanze stirbt.
Kompostierung: Der ultimative DIY-Dünger
Wenn du es wirklich ernst meinst mit natürlichem Düngen, kommst du um einen Komposthaufen nicht herum. Kompost ist der beste organische Dünger überhaupt – nährstoffreich, bodenverbessernd und kostenlos.
Auf den Kompost gehören: Gemüse- und Obstreste, Kaffeesatz, Teebeutel, Eierschalen, Rasenschnitt, Laub, Unkraut (ohne Samen), Stroh, Heckenschnitt.
Nicht auf den Kompost: Fleisch, Knochen, Fette, gekochte Speisen, kranke Pflanzen, Glas, Plastik.
Der Kompost sollte gut belüftet sein, damit er nicht schimmelt. Nach etwa drei Monaten ist er fertig und kann als Volldünger verwendet werden. Wenn du wenig Platz hast, funktioniert auch ein kleiner Komposteimer auf dem Balkon – oder du setzt auf Wurmkisten für Wurmhumus, das flüssige Gold für Indoor-Grower.
Die perfekte Kombi: Dein individueller Düngeplan
Jetzt weißt du, welche Haushaltsmittel welche Nährstoffe liefern. Zeit, daraus einen Plan zu machen! Hier ist ein Beispiel für einen einfachen, ausgewogenen Düngeplan mit Haushaltsmitteln:
Wachstumsphase (erste 4-6 Wochen):
- Alle zwei Wochen Kaffeesatz-Tee (Stickstoff für Blattwachstum)
- Optional: Brennnesseljauche verdünnt (Stickstoff-Boost)
- Bei Bedarf: Eierschalenwasser (Calcium für starke Stängel)
Übergang zur Blüte:
- Kaffeesatz reduzieren, nicht mehr ganz weglassen
- Bananentee einführen (Kalium für Blütenbildung)
- Optional: Ein bisschen Holzasche (Phosphor und Kalium)
Blütephase (ab Woche 6-8):
- Alle zwei Wochen Bananentee (Kalium für fette Blüten)
- Kaffeesatz nur noch sehr sparsam oder ganz weglassen
- Optional: Kartoffelwasser für zusätzliches Kalium
Generell:
- Einmal im Monat Aquarienwasser oder Teewasser (Spurenelemente)
- Bei Bedarf: Kompost als Langzeitdünger in die Erde einarbeiten
Wichtig: Das ist nur ein Grundgerüst. Beobachte deine Pflanzen genau und passe die Düngung an ihre Reaktionen an. Jede Sorte und jeder Grow ist ein bisschen anders!

Anzeichen für Nährstoffmangel erkennen
Damit du weißt, wann deine Pflanze was braucht, hier die wichtigsten Mangelsymptome:
Stickstoffmangel: Gelbe, blasse Blätter, vor allem die unteren. Kümmerliches Wachstum. Lösung: Kaffeesatz-Tee oder Brennnesseljauche.
Phosphormangel: Dunkelgrüne bis violette Blätter, schlechte Blütenbildung. Lösung: Bananentee oder Holzasche (sparsam!).
Kaliummangel: Gelbe oder braune Blattränder, schwache Stängel, Blätter rollen sich ein. Lösung: Bananentee oder Kartoffelwasser.
Calciummangel: Schwache, brüchige Stängel, langsames Wachstum. Lösung: Eierschalenwasser.
Magnesiummangel: Gelbe Blätter mit grünen Adern (Chlorose). Lösung: Bananentee (enthält Magnesium).
Wenn du unsicher bist, fang mit einer ausgewogenen Mischung aus Kaffeesatz und Bananentee an – damit deckst du die wichtigsten Nährstoffe ab.
FAQ: Die häufigsten Fragen zu natürlichen Düngern
Kann ich Haushaltsmittel als alleinigen Dünger verwenden?
Jein. Haushaltsmittel sind super als Ergänzung, aber keine Volldünger. Kombiniere am besten verschiedene Mittel oder ergänze sie mit einem organischen Grunddünger für eine ausgewogene Nährstoffversorgung.
Wie oft sollte ich mit Haushaltsmitteln düngen?
Alle zwei bis vier Wochen ist ein guter Richtwert, abhängig vom Alter und Zustand deiner Pflanzen. In der Blütephase kannst du öfter düngen als in der Wachstumsphase.
Können Haushaltsmittel meine Pflanzen schädigen?
Nur bei extremer Überdosierung. Organische Dünger sind sehr verzeihend. Trotzdem gilt: Lieber zu wenig als zu viel, und immer langsam steigern.
Muss ich den pH-Wert messen?
Bei organischen Düngern aus Haushaltsmitteln ist pH-Kontrolle weniger kritisch als bei mineralischen Düngern. Aber wenn du häufig säuernde Mittel wie Kaffeesatz verwendest, schadet ein gelegentlicher Check nicht.
Sind Haushaltsmittel auch für Hydro-Systeme geeignet?
Nein, leider nicht. Organische Dünger funktionieren nur in Erde, weil sie von Mikroorganismen zersetzt werden müssen. In Hydro-Systemen würden sie die Leitungen verstopfen und zu Problemen führen.
Können Haushaltsmittel Schädlinge anlocken?
Frische Küchenabfälle ja, deshalb solltest du sie immer erst trocknen. Getrocknete und richtig angewendete Hausmittel locken keine Schädlinge an – Kaffeesatz vertreibt sie sogar!
Fazit: Natürlich düngen ist einfacher als gedacht
Düngen mit Haushaltsmitteln ist keine Raketenwissenschaft. Mit ein bisschen Grundwissen über NPK-Nährstoffe und ein paar einfachen Zutaten aus der Küche kannst du deine Pflanzen natürlich, günstig und effektiv versorgen. Kaffeesatz für die Wachstumsphase, Bananentee für die Blüte und ein paar Extras wie Eierschalen oder Brennnesseljauche – mehr brauchst du eigentlich nicht.
Der größte Vorteil: Du weißt genau, was in deinen Dünger kommt, sparst Geld und tust gleichzeitig was Gutes für die Umwelt. Organische Dünger verbessern langfristig die Bodenqualität und fördern ein gesundes Bodenleben – das zahlt sich über Jahre aus.
Also, bevor du das nächste Mal Kaffeesatz oder Bananenschalen wegwirfst: Überleg es dir zweimal. Deine Pflanzen werden es dir danken!
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Letzte Bearbeitung am Dienstag, 9. Dezember 2025 – 8:32 Uhr von Andi, Cannabis Experte von Alvar Flame.




